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Ratgeber

Was ist eine Ginger Beer Plant?

Der Name klingt nach Blumentopf, die Kultur sieht aus wie gekochter Reis, und am Ende steht eine scharfe, prickelnde Ingwerlimonade. Hier erfährst du, was hinter der Ginger Beer Plant steckt, wie sie arbeitet und was sie braucht, um dich lange zu begleiten.

Aktualisiert am 5 Min. LesezeitVom Team Natural Probio
Kurz gesagt

Die Ginger Beer Plant ist eine Lebensgemeinschaft aus Hefen und Bakterien, die in kleinen, durchscheinenden, gallertartigen Körnchen lebt. In Wasser mit Zucker, frischem Ingwer und einer getrockneten Feige verwandelt sie den Zucker in milde Säuren, Aromen und Kohlensäure. 20 g reichen für einen Liter, ein Ansatz dauert 24 bis 48 Stunden. Mit regelmäßigem Futter wächst die Kultur von Ansatz zu Ansatz.

20 gfür 1 Liter
60 gZucker pro Liter
24 bis 48 hpro Ansatz
wächstbei jedem Ansatz

Ein irreführender Name

Wer „Plant“ hört, denkt an Blätter und Wurzeln. Die Ginger Beer Plant hat weder das eine noch das andere. Den Namen bekam sie in England, wo selbst angesetztes Ginger Beer im 19. Jahrhundert in vielen Haushalten zum Alltag gehörte. Die Leute sahen, wie die Körnchen im Glas „wuchsen“, und behandelten sie wie etwas Lebendiges. Das ist sie auch, nur eben keine Pflanze.

Auch mit Bier hat sie wenig zu tun. „Beer“ war im Englischen damals ein Sammelbegriff für viele selbst vergorene Getränke. Was am Ende im Glas landet, ist eine scharfe, prickelnde Ingwerlimonade mit Alkoholspuren, meist unter 1 %, viel näher an einem Kracherl als an einem Pils.

Wie sie aussieht und sich anfühlt

Die Körnchen sind weiß bis leicht gelblich, durchscheinend und weich. Viele denken beim ersten Anblick an gekochte Reiskörner oder kleine Stückchen Gelee. Zwischen den Fingern fühlen sie sich glatt und etwas glitschig an. In aktivem Zustand sind sie im Glas von winzigen Bläschen umgeben. Einzelne werden vom Gas nach oben getragen und sinken wieder ab.

Sauber abgespült riechen sie kaum. Das Aroma entsteht in der Flüssigkeit: Ingwer, frische Hefe, ein Hauch von Apfelmost. Unsere Kulturen stammen aus überlieferten Verfahren: einzigartig und widerstandsfähig. Die Ginger Beer Plant kommt bereit für deinen ersten Ansatz bei dir an.

Was in einem Körnchen steckt

Jedes Körnchen ist eine kleine Gemeinschaft. Hefen spalten den Zucker und bilden daraus Kohlensäure und eine Spur Alkohol. Bakterien verwandeln einen Teil davon weiter in milde Säuren. Außerdem bauen die Bakterien die gallertartige Hülle, die alles zusammenhält. Deshalb verteilt sich die Kultur nicht im Wasser, sondern bleibt in ihren Körnchen. Du kannst sie abseihen, abspülen und immer wieder verwenden.

Dieses Zusammenspiel gibt Ginger Beer seinen Charakter: weniger süß als eine gekaufte Limonade, längst nicht so sauer wie Essig, mit einer Kohlensäure, die in der Flasche selbst entsteht. Wie du daraus Schritt für Schritt dein eigenes Getränk machst, steht in Ginger Beer selber machen.

Was sie mag und was nicht

Ihr Futter ist Zucker. Mit 60 g pro Liter hat sie 24 bis 48 Stunden lang zu tun. Die getrocknete Feige bringt Mineralstoffe und Geschmacksnuancen, die weißer Zucker allein nicht hat. Der Ingwer liefert Schärfe und Aroma.

Mag sieMag sie nicht
Wasser ohne starken ChlorgeruchStark gechlortes Wasser
20 bis 25 °C, ein ruhiger PlatzHitze, direkte Sonne, Platz auf der Heizung
Weißen Zucker oder RohrzuckerSüßstoffe ohne echten Zucker
Regelmäßige AnsätzeWochenlang ohne Futter bei Zimmertemperatur
Glas, Kunststoff, EdelstahlAndere Metalle
Frischen IngwerÄtherische Öle und stark aromatisierte Zusätze im Ansatz

Die ersten Ansätze: so startest du gut

Wenn die Ginger Beer Plant bei dir ankommt, hat sie einige Tage unterwegs hinter sich und muss sich erst an ihr neues Zuhause gewöhnen. Gib ihr dafür ein wenig Zeit:

  • Sofort ansetzen. Spül die Körnchen kurz ab und setz sie gleich am ersten Tag in Zuckerwasser mit Ingwer und Feige an.
  • Nicht zu früh urteilen. Der erste Ansatz prickelt oft noch wenig. Das ist normal. Ab dem zweiten oder dritten Ansatz zeigt die Kultur, was sie kann.
  • Stabil halten. Gleicher Platz, gleiche Mengen, gleiches Wasser. Je weniger sich ändert, desto schneller findet die Kultur ihren Rhythmus.
  • Den ersten Liter trotzdem probieren. Auch wenn er noch etwas süßer und stiller ist, schmeckt er schon nach Ingwer und lässt sich gut mit Mineralwasser und Limette trinken.

Nach einer Woche hast du dann den Dreh raus: alle ein bis zwei Tage abseihen, abfüllen, neu ansetzen.

Wie sie wächst

Bei jedem Ansatz nehmen die Körnchen ein wenig an Masse zu. Am Anfang merkst du das kaum, denn in den ersten Runden gewöhnt sich die Kultur an dein Wasser und deine Küche. Danach wird es deutlicher, und eines Tages hast du doppelt so viel wie am Anfang.

Mit dem Überschuss hast du zwei Möglichkeiten. Du setzt zwei Liter auf einmal an, im selben Verhältnis, also 40 g Kultur, 120 g Zucker, vier Scheiben Ingwer und zwei Feigen. Oder du bewahrst einen Teil als Reserve auf. Für eine kurze Pause kommt die Kultur in frisches Zuckerwasser, mit Deckel in den Kühlschrank. Danach braucht sie ein, zwei Ansätze, um wieder in Schwung zu kommen.

Ginger Beer Plant, Ginger Bug und Wasserkefir

Drei Dinge, die oft verwechselt werden. Der Überblick:

Ginger Beer PlantGinger BugWasserkefir
Was es istEine feste Kultur in KörnchenEin wilder Starter aus Ingwer, Zucker und WasserEine feste Kultur in Kristallen
WiederverwendbarJa, wird abgeseiht und neu angesetztMuss ständig gefüttert werden, keine KörnchenJa, wird abgeseiht und neu angesetzt
GeschmackScharf, trocken, würzigJe nach Ansatz unterschiedlichFruchtig und leicht
ErgebnisGleichmäßig von Ansatz zu AnsatzSchwankt stärkerGleichmäßig von Ansatz zu Ansatz

Der Ginger Bug ist eher ein spontaner Gärstarter, den man aus geriebenem Ingwer selbst ansetzt. Die Ginger Beer Plant ist dagegen eine eingespielte Kultur, die du wie Wasserkefir einfach abseihst und weiterverwendest. Mit Wasserkefir ist sie verwandt, aber nicht gleich. Den genauen Vergleich findest du in Ginger Beer oder Wasserkefir.

Was du daraus machen kannst

Die Grundlage ist immer das klassische Ginger Beer. In der Flasche kannst du es dann in viele Richtungen lenken: mit Zitrone zu einem hellen Ginger Ale, mit Limette und Minze zum alkoholfreien Moscow Mule, mit Holunderblütensirup zu einer sommerlichen Variante oder mit einer Zimtstange und Orangenschale zu einem winterlichen Ingwergetränk für die Adventzeit.

Häufige Fragen

Ist die Ginger Beer Plant eine Pflanze?
Nein. Sie ist eine Gemeinschaft aus Hefen und Bakterien in gallertartigen Körnchen. Der Name stammt aus einer Zeit, in der man sah, wie sie wächst, und sie deshalb wie eine Pflanze pflegte.
Wie lange lebt eine Ginger Beer Plant?
Mit regelmäßigem Futter sehr lange. Sie wächst von Ansatz zu Ansatz und erneuert sich dabei ständig.
Kann ich die Ginger Beer Plant für Wasserkefir verwenden?
Du kannst sie mit Obst statt Ingwer ansetzen, und es entsteht eine fermentierte Limonade. Sie bleibt aber eine eigene Kultur mit eigenem Charakter. Für das typische Wasserkefir-Aroma brauchst du Wasserkefir Kristalle.
Was mache ich, wenn ich eine Pause einlegen will?
Gib die Kultur in frisches Zuckerwasser mit 60 g Zucker pro Liter und stell das Glas mit Deckel in den Kühlschrank. Nach der Pause setzt du sie wieder ganz normal an. Ein, zwei Ansätze später ist sie wieder im gewohnten Rhythmus.

Neugierig geworden? Die Ginger Beer Plant mit 20 g kostet 15,90 € und reicht für deinen ersten Liter. Alles Weitere zu Rezepten und Pflege findest du auf der Seite Ginger Beer.

Ginger Beer

Dein Ginger Ale mit echtem Prickeln

Die Ginger Beer Plant ist die traditionelle Kultur für Ingwerbier. 20 g lebende Körner, Wasser, Zucker und Ingwer: in 24 bis 48 Stunden ein würziges, spritziges Getränk mit feiner Schärfe.

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