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Ratgeber

Kombucha selber machen: die Anleitung Schritt für Schritt

Ein Liter gesüßter Tee, ein Kombucha-Pilz und eine Woche Geduld. Hier findest du jeden Schritt mit genauen Mengen, dazu die Kleinigkeiten, die in den meisten Anleitungen fehlen.

Aktualisiert am 6 Min. LesezeitVom Team Natural Probio
Kurz gesagt

Pro Liter Wasser nimmst du 3 Teebeutel (oder etwa 8 g losen Tee), 80 g Zucker, einen Kombucha-Pilz (SCOBY) und eine Tasse Ansatzflüssigkeit, also rund 250 ml. Den abgekühlten süßen Tee gießt du in ein Glas, gibst Ansatz und SCOBY dazu, deckst alles mit einem Tuch ab und lässt es 7 bis 10 Tage bei 20 bis 25 °C stehen. Dann probieren, abfüllen und mit dem SCOBY gleich den nächsten Ansatz starten.

1 Litergesüßter Tee
80 gZucker
250 mlAnsatzflüssigkeit
7 bis 10 Tagebei 20 bis 25 °C

Was du brauchst

Fast alles steht schon in deiner Küche. Ersetzen lässt sich nur eines nicht: die Kultur selbst.

  • Einen Kombucha-Pilz mit Ansatzflüssigkeit. Der SCOBY ist die gallertartige Scheibe, die aus süßem Tee Kombucha macht. Unser Kombucha-Pilz kommt zusammen mit seiner Tasse Ansatzflüssigkeit und ist sofort startklar.
  • Schwarzen oder grünen Tee ohne zugesetzte Aromen, 3 Beutel pro Liter. Welche Sorte zu deinem Geschmack passt, erfährst du im Ratgeber Welcher Tee für Kombucha?
  • Zucker, 80 g pro Liter. Weißer Haushaltszucker ist am einfachsten, Rohrzucker geht auch und gibt eine leicht karamellige Note. Der Zucker ist das Futter der Kultur, der größte Teil wird während der Gärung umgewandelt.
  • Ein großes Glas mit weiter Öffnung, zum Beispiel ein Einmachglas oder Weckglas, in das der Liter mit etwas Luft nach oben passt.
  • Ein dünnes Baumwolltuch oder Küchenpapier und ein Gummiband.
  • Bügelflaschen aus Glas für die fertige Kombucha.

Für die lange Gärung bleibst du am besten bei Glas. Kombucha ist sauer, und über mehrere Tage können Weichplastik oder Metall einen seltsamen Beigeschmack hinterlassen. Ein Edelstahllöffel zum Umrühren ist dagegen kein Problem.

Schritt für Schritt

1. Tee aufbrühen

Bring etwa einen halben Liter Wasser zum Kochen, nimm den Topf vom Herd und häng die 3 Teebeutel hinein. Nach einigen Minuten holst du sie wieder heraus, bevor der Tee bitter wird.

2. Zucker auflösen

Rühr die 80 g Zucker in den noch heißen Tee, bis am Boden kein Korn mehr zu sehen ist.

3. Auffüllen und abkühlen

Füll mit kaltem Wasser auf einen Liter auf und warte, bis alles Zimmertemperatur hat. Leg die Hand ans Glas: Es darf sich nicht mehr warm anfühlen. Heißer Tee schwächt die Kultur.

4. Ansatz und SCOBY dazugeben

Gieß den Tee ins Glas, dann die Ansatzflüssigkeit, zuletzt den SCOBY. Ob er oben schwimmt, absinkt oder schräg steht, spielt keine Rolle.

5. Abdecken und in Ruhe lassen

Tuch drauf, Gummiband drum, niemals einen festen Deckel: Die erste Gärung braucht Luft. Such dir einen ruhigen Platz ohne direkte Sonne, bei 20 bis 25 °C und nicht direkt neben Herd oder Heizung.

6. Probieren und abfüllen

Ab dem siebten Tag probierst du einen Schluck. Sobald dir das Verhältnis von süß und sauer gefällt, wird abgefüllt.

Tipp: Zum Probieren schiebst du einen Strohhalm seitlich am SCOBY vorbei, hältst das obere Ende mit dem Finger zu und ziehst ihn heraus. So bekommst du eine kleine Probe, ohne die Kultur zu bewegen.

Was in der ersten Woche im Glas passiert

In den ersten Tagen siehst du wenig. Der Tee ist dunkel, riecht nach süßem Tee, und der SCOBY wirkt untätig. Er arbeitet trotzdem.

Nach drei, vier Tagen bildet sich an der Oberfläche ein dünner, fast durchsichtiger Film. Das ist die neue Schicht, die deine Kultur aufbaut. Mit jedem Tag wird sie dicker und heller. Sie kann am alten SCOBY festwachsen oder sich getrennt davon oben bilden. Beides ist normal.

Auch der Geruch verändert sich: weg vom gesüßten Tee, hin zu etwas, das an Apfelmost oder sauren Apfel erinnert, mit einem leichten Essigton im Hintergrund. Unter der Schicht sammeln sich Bläschen, manchmal hängen braune Fäden herab. Das sind Hefen, und sie sind ein gutes Zeichen. Wenn dir etwas komisch vorkommt, hilft dir der Ratgeber Kombucha: Schimmel oder normal? beim Unterscheiden.

Wann ist die Kombucha fertig?

Ein festes Datum gibt es nicht, es entscheidet dein Geschmack. In einer Küche mit 24 °C können sieben Tage reichen. Im Winter, wenn die Wohnung eher bei 20 °C liegt, brauchst du vielleicht zehn Tage oder etwas mehr.

So schmeckt esWas das heißtWas du tust
Wie gesüßter EisteeDie Gärung ist noch am AnfangNoch ein, zwei Tage warten
Leicht süß, frisch säuerlichGenau richtigAbfüllen
Kaum noch süß, deutlich sauerGut für die zweite Gärung mit süßem ObstAbfüllen, Obst oder Saft dazugeben
Kratzt im Hals wie EssigZu lange gegärtAls Ansatz oder in der Küche verwenden

Ist sie dir zu sauer geraten, ist das kein Beinbruch. Im Ratgeber Kombucha zu sauer steht, wie du sie rettest und beim nächsten Mal den richtigen Moment triffst. Außerdem ist genau diese Flüssigkeit ein besonders kräftiger Ansatz.

Abfüllen und gleich weitermachen

Mit sauberen Händen hebst du den SCOBY heraus und legst ihn auf einen Teller. Eine Tasse Kombucha, rund 250 ml, stellst du beiseite: Das ist die Ansatzflüssigkeit für den nächsten Liter. Der Rest kommt in die Flaschen.

Ab hier hast du zwei Möglichkeiten:

  • Pur genießen. Flaschen verschließen und in den Kühlschrank. Sie hat dann wenig Kohlensäure, einen klaren Teegeschmack und eine frische Säure.
  • Mit Kohlensäure und Aroma. Obst, Saft oder Ingwer in die Flasche, verschließen und 2 bis 5 Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen. Das ist die zweite Gärung, und erst dabei wird Kombucha richtig spritzig. Für den Anfang gelingt die Ingwer-Zitronen-Kombucha praktisch immer.

Noch am selben Tag kochst du den nächsten Liter süßen Tee, lässt ihn abkühlen und setzt den SCOBY mit seiner Tasse Ansatz wieder hinein. So geht dir die Kombucha nie aus.

Jede Runde bringt eine neue Schicht. Nach ein paar Wochen hast du mehr SCOBY, als du brauchst. Damit kannst du größere Mengen ansetzen oder die Reserve in einem SCOBY Hotel aufbewahren.

Die häufigsten Fehler

FehlerWas passiertSo vermeidest du es
SCOBY in warmen Tee gesetztDie Kultur wird geschwächt, die Gärung kommt nicht in GangTee vollständig abkühlen lassen
Zu wenig AnsatzflüssigkeitDer Tee säuert zu langsam an und bleibt ungeschütztEine Tasse, etwa 250 ml, pro Liter
Deckel fest zugeschraubtDie Gärung erstickt und läuft sehr langsamDünnes Tuch mit Gummiband
Zu kalter PlatzNach zehn Tagen immer noch süßEinen Ort mit 20 bis 25 °C suchen
Aromatisierter TeeÄtherische Öle setzen der Kultur zu, der Geschmack kipptNaturtee im Ansatz, Aromen erst in die Flasche
Süßstoff statt ZuckerDie Kultur hat nichts zu fressenEchter Zucker, 80 g pro Liter

Wenn du diese sechs Punkte beachtest, gelingt schon der erste Ansatz fast immer. Und falls du wissen willst, was genau da in deinem Glas schwimmt und warum es Pilz heißt, obwohl es keiner ist, lies Was ist ein Kombucha-Pilz? Alles Weitere rund ums Thema findest du auf unserer Seite Kombucha.

Häufige Fragen

Kann ich mehr als einen Liter auf einmal ansetzen?
Ja. Du multiplizierst einfach alles: pro Liter Wasser 3 Teebeutel, 80 g Zucker und eine Tasse Ansatzflüssigkeit. Ein SCOBY reicht anfangs für zwei Liter. Sobald er gewachsen ist, kannst du Schichten abtrennen und auf mehrere Gläser verteilen.
Enthält selbstgemachte Kombucha Alkohol?
Wie alle selbst fermentierten Getränke enthält sie Alkoholspuren, meist unter 1 %. Je länger sie gärt, desto saurer und weniger süß wird sie.
Kann ich weniger Zucker nehmen?
Bei der ersten Gärung lieber nicht. Die 80 g sind das Futter der Kultur und werden größtenteils umgewandelt. Wenn du sie weniger süß magst, lass sie einfach ein paar Tage länger stehen.
Es bildet sich keine neue Schicht. Was tun?
Meist liegt es an der Temperatur. In einer kühlen Küche arbeitet die Kultur langsam. Stell das Glas an einen wärmeren Platz und gib ihm ein paar Tage mehr. Tut sich dann immer noch nichts, schreib uns, und wir schauen gemeinsam, woran es liegt.

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