Für 1 Liter Ginger Beer gibst du 20 g Ginger Beer Plant, 60 g Zucker, 2 Scheiben frischen Ingwer und 1 getrocknete Feige in 1 Liter Wasser. Nach 24 bis 48 Stunden Gärung seihst du ab, füllst in eine Bügelflasche und lässt sie 48 Stunden verschlossen stehen. Dann kalt stellen: fertig ist dein Ingwerbier mit natürlichem Prickeln.
Was ist Ginger Beer?
Ginger Beer, auf Deutsch Ingwerbier, ist ein fermentiertes Getränk aus Wasser, Zucker und Ingwer. Trotz des Namens ist es kein Bier: Es wird nicht gebraut, enthält keinen Hopfen und kein Malz. Wie jedes selbst gemachte, fermentierte Getränk hat es nur Spuren von Alkohol, meist unter 1 %. Der Name stammt aus einer Zeit, in der viele gegorene Getränke einfach Bier genannt wurden.
Echtes Ginger Beer wird mit der Ginger Beer Plant angesetzt, einer lebenden Kultur aus Hefen und Bakterien. Sie sieht aus wie kleine, durchscheinende Körner, ähnlich wie Wasserkefir-Kristalle, etwas heller und körniger. Die Kultur frisst den Zucker, macht daraus milde Säure und viel Kohlensäure und lässt die Schärfe des Ingwers voll zur Geltung kommen.
Das Ergebnis ist herber und würziger als jede Ingwerlimonade aus dem Supermarkt. Es kitzelt im Hals, duftet nach frischem Ingwer und Zitrone und hat ein feines, kräftiges Prickeln. Was es mit der Kultur auf sich hat und warum sie Plant heißt, obwohl sie keine Pflanze ist, erklärt der Ratgeber Was ist eine Ginger Beer Plant?
Ginger Beer, Ginger Ale, Ingwerbier: was ist was?
| Begriff | Was gemeint ist |
|---|---|
| Ginger Beer | Fermentiertes Getränk aus Ingwer, Zucker und Wasser, kräftig und würzig |
| Ingwerbier | Die deutsche Bezeichnung für Ginger Beer |
| Ginger Ale | Meist mildere, hellere Variante, oft mit Zitrone und weniger Ingwer |
| Ginger Beer Plant | Die lebende Kultur, mit der echtes Ginger Beer angesetzt wird |
| Ingwerlimonade | Oft nur gesüßtes Wasser mit Ingwer und zugesetzter Kohlensäure, ohne Gärung |
Auch geschmacklich gibt es klare Unterschiede. Gekaufte Ingwerlimonade ist meist sehr süß und prickelt kurz und grob. Selbst vergorenes Ginger Beer ist trockener, die Kohlensäure ist feiner und hält länger, und der Ingwer schmeckt frisch statt nach Aroma.
Mit der Ginger Beer Plant machst du beides: kräftiges Ginger Beer mit viel Ingwer oder ein milderes Ginger Ale mit mehr Zitrone. Den Unterschied machst du allein mit der Menge Ingwer und der Zitrone in der Flasche.
Eine kurze Geschichte des Ingwerbiers
Ingwerbier hat eine lange Tradition in England. Dort wurde es früher in Steinkrügen und dicken Flaschen verkauft, und in vielen Haushalten stand ein Glas mit der Kultur auf dem Küchenregal. Ableger wurden weitergegeben, oft zusammen mit dem Familienrezept: mal mit mehr Zitrone, mal mit mehr Schärfe. Später verdrängten industriell hergestellte Ingwerlimonaden mit zugesetzter Kohlensäure das gegorene Original, und die Kultur geriet fast in Vergessenheit.
Heute entdecken viele das echte Ginger Beer wieder, als Begleiter zum Essen und als Basis für alkoholfreie Drinks. Der Unterschied zur Limonade ist deutlich zu schmecken: mehr Tiefe, mehr Schärfe, ein lebendiges Prickeln, das langsam aufsteigt statt sofort zu verfliegen.
Was du für den Start brauchst
| Zutat oder Utensil | Menge | Wofür |
|---|---|---|
| Ginger Beer Plant | 20 g | Die lebende Kultur |
| Wasser | 1 Liter | Die Basis |
| Zucker | 60 g | Futter der Kultur |
| Frischer Ingwer | 2 Scheiben | Aroma und Schärfe |
| Getrocknete Feige | 1 | Gibt der Kultur Nährstoffe |
| Glas | Etwas mehr als 1 Liter | Für die erste Gärung |
| Sieb, Tuch, Gummiband | je 1 | Abdecken und abseihen |
| Bügelflasche aus dickem Glas | 1 Liter | Für die Nachgärung unter Druck |
Die Ginger Beer Plant bekommst du bei uns in 20 g, genug für einen Liter pro Ansatz, mit Startanleitung und Online-Rezepten.
Das Grundrezept Schritt für Schritt
1. Ansatz vorbereiten
60 g Zucker in 1 Liter Wasser auflösen. Zwei Scheiben frischen Ingwer und eine getrocknete Feige dazugeben.
2. Kultur dazu
Die 20 g Ginger Beer Plant ins Glas geben. Mit einem Tuch abdecken, Gummiband drum.
3. Gären lassen
24 bis 48 Stunden bei Zimmertemperatur. Kleine Bläschen steigen auf, der Duft wird würzig.
4. In die Flasche
Abseihen, in eine Bügelflasche füllen, verschließen und 48 Stunden stehen lassen. Dann in den Kühlschrank.
Die Körner aus dem Sieb setzt du gleich wieder mit frischem Zuckerwasser, Ingwer und Feige an. So läuft ein Ansatz nach dem anderen. Die ausführliche Anleitung mit allen Handgriffen steht im Ratgeber Ginger Beer selber machen.
Die ersten Ansätze
Die Körner haben eine Reise hinter sich und brauchen ein oder zwei Ansätze, um richtig in Schwung zu kommen. Der erste Liter ist oft milder und prickelt weniger. Das ist normal. Halte dich ans Grundrezept, setz die Körner sofort nach der Lieferung an, und spätestens beim dritten Ansatz schäumt es beim Öffnen der Flasche.
Woran du erkennst, dass alles läuft: Nach einigen Stunden steigen feine Bläschen von den Körnern auf. Die Feige schwimmt nach oben, und am Rand des Glases bildet sich ein leichter Schaum. Der Ansatz riecht frisch nach Ingwer, etwas hefig und leicht säuerlich. Beim Abseihen schmeckt er weniger süß als am Anfang. Genau dann ist er bereit für die Flasche.
Riecht der Ansatz unangenehm oder zeigen sich trockene, pelzige Flecken auf der Oberfläche, stimmt etwas nicht. Das kommt selten vor, meist bei sehr kühlen Temperaturen oder schlecht gespülten Gläsern. In diesem Fall schreib uns, bevor du weitermachst.
Ein warmer, ruhiger Platz hilft. Liegt deine Küche eher kühl, wähle die 48 Stunden für die erste Gärung. Im Sommer reichen oft 24 Stunden.
Die Nachgärung: Druck und Prickeln
Die 48 Stunden in der verschlossenen Flasche machen aus einem leicht perlenden Getränk ein Ginger Beer, das beim Öffnen zischt. Die Hefen arbeiten weiter, und da die Kohlensäure nicht entweichen kann, löst sie sich im Getränk.
- Nimm stabile Bügelflaschen aus dickem Glas, die für kohlensäurehaltige Getränke gedacht sind.
- Lass zwei bis drei Fingerbreit Luft oben in der Flasche.
- Bei warmem Wetter öffnest du die Flasche nach 24 Stunden einmal vorsichtig über der Abwasch.
- Nach 48 Stunden in den Kühlschrank. Kälte bremst die Gärung, das Prickeln bleibt.
- Kalt öffnen: Warmes Ginger Beer schäumt stark über.
Willst du mehr Prickeln, gib vor dem Verschließen etwas Zucker oder einen Schuss Saft in die Flasche. Willst du weniger, stell sie früher kalt.
Schärfe und Süße steuern
Ginger Beer lässt sich fein einstellen. Drei Hebel reichen dafür.
| Du möchtest | So geht es |
|---|---|
| Mehr Schärfe | Eine dritte Scheibe Ingwer in die Flasche oder etwas geriebenen Ingwer in den Ansatz |
| Milder, wie Ginger Ale | Weniger Ingwer, dafür Saft einer halben Zitrone in die Flasche |
| Trockener, weniger süß | Erste Gärung voll ausnutzen, 48 Stunden |
| Süßer | Kürzer gären lassen oder beim Servieren etwas Sirup dazu |
| Mehr Aroma | Eine Zitronenschale, eine Limette oder ein paar Minzblätter in die Flasche |
Notier dir, was du verändert hast. Nach ein paar Ansätzen hast du deine eigene Hausrezeptur.
Rezepte mit Ginger Beer
Die beiden Klassiker, die jeder einmal probiert haben sollte:
- Ginger Ale mit Zitrone: die mildere, helle Variante mit frisch gepresster Zitrone. Spritzig, erfrischend und gut für alle, denen Ingwer pur zu scharf ist.
- Alkoholfreier Moscow Mule: Ginger Beer, Limette, Gurke und Minze, im Kupferbecher mit viel Eis. Der Drink für den Grillabend, an dem auch die Fahrer mitfeiern.
Darüber hinaus passt Ginger Beer halb und halb mit Apfelsaft als würziger Sommerdrink, zu Orangensaft beim Brunch oder pur mit einer Limettenscheibe. In der Küche gibt es Marinaden für Grillfleisch eine frische Schärfe.
So passt Ginger Beer in deine Woche
Ginger Beer folgt einem Rhythmus von drei bis vier Tagen. Ein Beispiel: Am Mittwochabend setzt du an, am Freitag kommt der Ansatz in die Flasche, und am Sonntag steht das kalte Ginger Beer auf dem Tisch. Wer zwei Gläser zeitversetzt führt, hat jede Woche mehrere Flaschen im Kühlschrank.
Frischen Ingwer kaufst du am besten in einer größeren Knolle. Er hält sich im Gemüsefach gut eine Woche, und für jeden Ansatz schneidest du nur zwei Scheiben ab. Getrocknete Feigen halten in der Vorratsdose monatelang. Mehr brauchst du nicht im Haus.
Im Sommer ist alles schneller fertig, im Winter darf die erste Gärung die vollen 48 Stunden dauern. Tipps für kühle Küchen stehen in Fermentieren im Winter.
Ginger Beer für Grillabend und Feste
Selbst gemachtes Ginger Beer ist der Star jedes Sommerabends im Garten oder am See. Eine große Karaffe mit Eis, Limettenscheiben und Minze steht schnell auf dem Tisch und passt zu Gegrilltem, scharfen Gerichten und Salaten. Für Gäste, die keinen Alkohol trinken, ist es eine Alternative, die nicht nach Verzicht schmeckt.
Im Winter wird Ginger Beer zum Begleiter für die Festtage: mit einem Schuss Apfelsaft und einer Zimtstange, oder als prickelnder Toast zu Silvester. Und als Geschenk für Hobbyköche ist die Ginger Beer Plant eine kleine Überraschung, die noch lange Freude macht. Mehr Ideen in den Geschenkideen für Hobbyköche.
Die Körner pflegen
Die Ginger Beer Plant ist unkompliziert. Sie braucht regelmäßig frisches Zuckerwasser, ein bisschen Ingwer und Zimmertemperatur.
- Alltag: Nach jedem Ansatz abseihen und gleich neu ansetzen.
- Kurze Pause: Die Körner kommen mit frischem Zuckerwasser in den Kühlschrank und ruhen dort ein bis zwei Wochen.
- Nach der Pause: Ein normaler Ansatz, und sie arbeiten wieder wie gewohnt.
- Wachstum: Die Körner vermehren sich langsam. Mit der Zeit kannst du 2 Liter ansetzen oder einen Teil an Freunde weitergeben.
Wenn etwas nicht klappt
| Was du beobachtest | Häufige Ursache | Was hilft |
|---|---|---|
| Kein Prickeln | Flasche nicht dicht, zu kühl, zu kurze Nachgärung | Dichtung prüfen, wärmerer Platz, volle 48 Stunden |
| Schäumt stark über | Zu warm, zu lange in der Flasche | Früher kalt stellen, kalt öffnen |
| Schmeckt zu süß | Zu kurze erste Gärung | 48 Stunden im Glas lassen |
| Schmeckt flach nach Ingwer | Ingwer alt oder zu wenig | Frischen, saftigen Ingwer nehmen, eine Scheibe mehr |
| Körner wirken träge | Erste Ansätze, kühle Küche | Geduld, Feige nicht vergessen |
Kommst du nicht weiter, schreib uns. Wir schauen gemeinsam, woran es liegt.
Ginger Beer oder Wasserkefir?
Die beiden Kulturen sehen sich ähnlich und werden ähnlich angesetzt, doch die Getränke sind sehr verschieden. Wasserkefir ist fruchtig, mild und jeden Tag fertig. Ginger Beer ist würzig und scharf und braucht mit Nachgärung drei bis vier Tage. Wer beides mag, hat mit Wasserkefir das Alltagsgetränk und mit Ginger Beer den Drink fürs Wochenende.
Den ausführlichen Vergleich findest du im Ratgeber Ginger Beer oder Wasserkefir? Alles zum fruchtigen Verwandten steht im Ratgeber Wasserkefir, und die Wasserkefir-Kristalle passen gut als Ergänzung.
Wo bekommst du eine Ginger Beer Plant?
Ginger Beer in Flaschen findest du im Supermarkt, meist ohne lebende Kultur und mit zugesetzter Kohlensäure. Die Ginger Beer Plant selbst gibt es dort nicht. Bei uns bekommst du sie als 20 g lebende Körner mit Startanleitung und Rezepten.
Unsere Kulturen stammen aus überlieferten Verfahren: einzigartig und widerstandsfähig. Wer gleich mehrere Getränke ansetzen möchte, findet weitere Ideen im Blogartikel Limonade selber machen, fermentiert und im Überblick Fermentierte Getränke für Einsteiger.
Wasserkefir
Milchkefir
Kombucha-Pilz
Ginger Beer Plant
Kefir-Duo
Prickel-Duo
Komplettset
Kälberlab