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Ratgeber

Zweite Gärung: Wasserkefir mit Frucht und Prickeln

Im offenen Glas entsteht der Grundkefir, in der verschlossenen Flasche entsteht die Limonade. Die zweite Gärung bringt Kohlensäure und Fruchtaroma, und sie ist einfacher, als sie klingt.

Aktualisiert am 6 Min. LesezeitVom Team Natural Probio
Kurz gesagt

Füll den abgeseihten Wasserkefir mit etwas Obst, Saft oder Kräutern in eine Bügelflasche, lass oben etwas Luft und verschließ sie. Nach 24 bis 48 Stunden bei Zimmertemperatur ist er spritzig und fruchtig. Dann kommt die Flasche in den Kühlschrank, wo die Gärung fast zum Stillstand kommt. Öffne sie gekühlt und langsam über der Spüle.

24 bis 48 hin der Flasche
Bügelflascheaus dickem Glas
Zimmertemperaturdann kühlen
Unter 1 %meist Alkoholspuren

Was bei der zweiten Gärung passiert

Im ersten Ansatz arbeiten die Kristalle im offenen Glas. Die Kohlensäure, die dabei entsteht, entweicht größtenteils durch das Tuch. Nach dem Abseihen sind die Kristalle zwar nicht mehr im Kefir, die Hefen und Bakterien in der Flüssigkeit aber schon. Bekommen sie in der verschlossenen Flasche frischen Zucker aus Obst oder Saft, gären sie weiter. Diesmal kann das Gas nicht entweichen: Es löst sich im Kefir, und beim Öffnen prickelt es.

Nebenbei nimmt der Kefir das Aroma der Frucht an. Aus einem leicht säuerlichen Grundgetränk wird eine Limonade, die nach Erdbeere, Rhabarber oder Holunderblüte schmeckt. Voraussetzung ist ein gut laufender erster Ansatz. Wenn du noch am Anfang stehst, lies zuerst Wasserkefir ansetzen.

Die richtige Flasche

Für die zweite Gärung brauchst du eine Flasche, die dicht schließt und Druck aushält. Die klassische Bügelflasche aus Glas ist dafür gemacht, schließlich wird sie seit Generationen für Bier und Limonade verwendet.

  • Dickwandiges Glas. Dünne Saft- oder Dekoflaschen sind nicht für Druck ausgelegt.
  • Intakter Gummiring. Ein rissiger oder ausgeleierter Ring lässt Gas entweichen. Ersatzringe gibt es günstig im Haushaltsladen.
  • Passende Größe. Eine Literflasche nimmt deinen ganzen Ansatz auf, mehrere halbe Liter erlauben verschiedene Sorten.
  • Ein Trichter erleichtert das Abfüllen erheblich, gerade wenn Obststücke mit hinein sollen.

Kunststoffflaschen gehen zur Not auch. Ihr Vorteil: Du spürst am Druck der Wand, wie weit die Gärung ist. Für den Dauerbetrieb ist Glas aber angenehmer und leichter sauber zu halten.

Schritt für Schritt

1. Obst in die Flasche

Gib eine kleine Handvoll klein geschnittenes Obst, ein paar Scheiben Ingwer oder einen Schuss Saft oder Sirup in die saubere Bügelflasche.

2. Kefir auffüllen

Gieß den frisch abgeseihten Wasserkefir mit dem Trichter darüber. Lass oben etwa zwei Fingerbreit Luft.

3. Verschließen

Bügel zu, Flasche kurz schwenken, damit sich Saft und Kefir verbinden.

4. Bei Zimmertemperatur stehen lassen

24 bis 48 Stunden, an einem schattigen Platz. Im Sommer reicht oft ein Tag, im Winter braucht es eher zwei.

5. Kühlen

Stell die Flasche in den Kühlschrank. Die Kälte bremst die Gärung, und das Gas löst sich noch besser im Getränk.

6. Vorsichtig öffnen

Öffne die gekühlte Flasche langsam über der Spüle, den Bügel mit dem Daumen gehalten. Abseihen, falls Obststücke drin sind, und genießen.

Welches Obst passt

Fast jede Frucht eignet sich. Je mehr Zucker sie mitbringt, desto mehr Kohlensäure entsteht. Ein paar bewährte Kombinationen für jede Jahreszeit:

ZutatGeschmackSaison und Hinweis
ErdbeerenFruchtig, leicht rosa, sehr beliebtFrühsommer, auch tiefgekühlt gut
RhabarberHerb und frisch, erinnert an gespritzten RhabarbersaftApril bis Juni, am besten kurz mit Zucker angekocht
HolunderblüteBlumig, sommerlichFrische Dolden im Juni, sonst ein Schuss Sirup
Zitrone und IngwerScharf, spritzig, ganzjährigIngwer in Scheiben, nicht gerieben
HimbeerenIntensiv, kräftige FarbeSommer, Kerne beim Abseihen entfernen
ApfelsaftMild, wie Apfelsaft gespritztHerbst und Winter, ein Schuss genügt
Birne und ZimtWeich, würzig, passt in die AdventzeitZimtstange statt Pulver
Minze oder MelisseKühl, kräuterigEin paar Blätter zu Zitrone oder Gurke

Rezepte mit genauen Angaben findest du hier: Erdbeer-Wasserkefir, Holunderblüten-Wasserkefir, Rhabarber-Wasserkefir und Zitronen-Ingwer-Wasserkefir. Und wenn es im August richtig heiß ist, wird aus fruchtigem Kefir eine Wasserkefir-Granita.

Mehr oder weniger Kohlensäure

Wie stark es prickelt, kannst du gut steuern. Die wichtigsten Stellschrauben:

Zu wenig PrickelnZu viel Druck
Etwas länger bei Zimmertemperatur stehen lassenFrüher in den Kühlschrank stellen
Zuckerreicheres Obst oder einen Schuss Saft zugebenWeniger Obst oder weniger süße Früchte
Wärmeren Platz suchenKühleren Platz wählen
Gummiring prüfen und Flasche voller machenEtwas mehr Luft im Flaschenhals lassen
Ersten Ansatz kräftiger gären lassenFlasche zwischendurch kurz öffnen und Druck ablassen
Tipp: Füll eine kleine Kunststoffflasche mit demselben Kefir als „Testflasche“ mit ab. Wird sie prall und hart, hat auch die Glasflasche genug Druck und darf in den Kühlschrank.

Sicherheit: Druck ernst nehmen

Kohlensäure ist das Ziel, aber sie verdient Respekt. Eine Flasche, die zu lange warm steht, baut erheblichen Druck auf.

  • Lass Flaschen mit viel Obst nicht länger als 48 Stunden bei Zimmertemperatur stehen.
  • Stell sie nicht in die Sonne oder neben die Heizung.
  • Öffne sie immer gekühlt, langsam, über der Spüle und von dir und anderen weggerichtet.
  • Wenn es beim Öffnen stark schäumt, schließ den Bügel kurz wieder und lass das Gas in mehreren Etappen entweichen.

Im Kühlschrank hält sich fertiger Wasserkefir einige Tage. Er wird mit der Zeit langsam trockener und etwas saurer, weil die Gärung in der Kälte nicht ganz aufhört.

Typische Fehler in der Flasche

  • Zu frischer Grundkefir. Wer schon nach zwölf Stunden abseiht, füllt viel Zucker, aber wenig aktive Kultur ab. Dann tut sich in der Flasche kaum etwas. Lass den ersten Ansatz die vollen 24 Stunden laufen.
  • Ganze, harte Früchte. Ein ganzer Apfelschnitz gibt wenig Saft ab. Schneid Obst klein oder drück Beeren leicht an, damit der Fruchtzucker schnell in den Kefir übergeht.
  • Zu viel auf einmal. Eine randvolle Flasche mit Obst und Sirup schäumt beim Öffnen über. Lieber sparsam beginnen und beim nächsten Mal nachlegen.
  • Flasche vergessen. Stell dir einen Wecker oder kleb einen Zettel mit Datum auf die Flasche. Gerade im Sommer geht es schneller, als man denkt.
  • Nicht gereinigte Flaschen. Spül Bügelflaschen nach jedem Durchgang heiß aus und nimm die Gummiringe ab und zu ab, damit sich darunter nichts festsetzt.

Und der Alkohol?

Bei jeder Gärung entstehen Spuren von Alkohol, auch in der zweiten. Bei selbstgemachtem Wasserkefir liegt der Gehalt meist unter 1 %. Lange Gärzeiten, viel Zucker und Wärme lassen ihn etwas steigen. Wenn du ihn so niedrig wie möglich halten willst, bleib bei 24 Stunden in der Flasche und kühle danach direkt.

Häufige Fragen

Kommen die Kristalle mit in die Flasche?
Nein. Die Kristalle bleiben im ersten Ansatz und gehen nach dem Abseihen direkt ins frische Zuckerwasser. In die Flasche kommt nur der fertige Kefir mit Frucht.
Kann ich Tiefkühlobst verwenden?
Ja, und das funktioniert sehr gut. Gefrorene Beeren geben beim Auftauen viel Saft ab. Lass sie kurz antauen, damit sie leichter in die Flasche rutschen.
Warum prickelt meine Flasche gar nicht?
Meist ist der Gummiring undicht, der Platz zu kühl oder der erste Ansatz noch zu schwach. Prüf den Ring, stell die Flasche wärmer und lass sie etwas länger stehen.
Kann ich die zweite Gärung auch mit Sirup machen?
Ja. Ein Schuss Hollerblüten- oder Himbeersirup bringt Zucker und Aroma zugleich. Dosier sparsam, sonst wird es schnell sehr süß und baut viel Druck auf.

Für jede Flasche brauchst du einen gut laufenden Grundkefir. Unsere Wasserkefir Kristalle liefern dir jeden Tag einen Liter, mit 60 g sogar zwei. Mehr Themen rund um die Kultur findest du im Wasserkefir-Ratgeber.

Wasserkefir

Deine prickelnde Limo aus dem eigenen Glas, Ansatz für Ansatz

Lebende, aktive Kristalle, die gleich nach dem Auspacken loslegen. Mit 30 g machst du alle 24 Stunden 1 Liter, mit 60 g 2 Liter. Sie vermehren sich und begleiten dich bei guter Pflege über Jahre.

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