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Ratgeber

SCOBY Hotel: so bewahrst du deine Kombucha-Pilze auf

Mit jedem Ansatz wächst dein SCOBY um eine Schicht. Irgendwann ist das Gärglas voll, und du brauchst einen Platz für den Rest. Genau dafür gibt es das SCOBY Hotel: ein eigenes Glas, in dem deine Kultur sicher und ohne großen Aufwand weiterlebt.

Aktualisiert am 5 Min. LesezeitVom Team Natural Probio
Kurz gesagt

Ein SCOBY Hotel ist ein großes Glas mit deinen überzähligen Kombucha-Pilzen, immer vollständig mit Kombucha bedeckt und mit einem Tuch abgedeckt, bei Zimmertemperatur. Alle paar Wochen gießt du einen Teil der sehr sauren Flüssigkeit ab und füllst mit süßem Tee auf, gemischt wie für einen normalen Ansatz. Das Hotel dient als Reserve, als Quelle für kräftige Ansatzflüssigkeit und als Pause, wenn du verreist.

20 bis 25 °Cwie beim Ansatz
80 gZucker pro Liter Nachfüll-Tee
3 Teebeutelpro Liter
Tuchstatt Deckel

Wozu ein SCOBY Hotel?

Bei jedem Ansatz bildet die Kultur an der Oberfläche eine neue Schicht. Sie wächst an der alten fest oder schwimmt separat. Nach ein paar Runden ist dein SCOBY eine dicke Scheibe aus mehreren Lagen, und im Glas bleibt immer weniger Platz für Tee.

Du kannst die Schichten trennen und nur ein oder zwei davon im Gärglas behalten. Der Rest zieht ins Hotel. Dort erfüllen die Pilze drei Aufgaben:

  • Reserve. Falls ein Ansatz einmal misslingt, hast du sofort einen SCOBY samt Flüssigkeit zur Hand und kannst neu starten, ohne zu warten.
  • Kräftiger Ansatz. Die Flüssigkeit im Hotel ist stark vergoren und sehr sauer. Eine Tasse davon schützt einen frischen Ansatz vom ersten Tag an.
  • Pause. Wenn du in den Urlaub fährst oder einfach ein paar Wochen keine Kombucha brauchst, wartet das Hotel geduldig, ohne dass du etwas tun musst.

So legst du ein SCOBY Hotel an

1. Ein großes Glas wählen

Glas mit weiter Öffnung und viel Platz. Ein Einmachglas mit zwei oder drei Litern Inhalt ist bequem. Spül es heiß aus, ohne Spülmittelreste.

2. Die Schichten trennen

Mit sauberen Händen ziehst du die Lagen vorsichtig auseinander. Meist lösen sie sich von selbst an der richtigen Stelle. Schneiden musst du nicht.

3. Mit Kombucha bedecken

Leg die Schichten ins Glas und gieß fertige Kombucha aus einem abgeschlossenen Ansatz darüber. Alle Pilze müssen vollständig untergetaucht sein.

4. Süßen Tee dazugeben

Füll mit etwas abgekühltem süßem Tee auf, zubereitet wie immer: 3 Teebeutel und 80 g Zucker pro Liter.

5. Abdecken

Dünnes Tuch und Gummiband, genau wie beim normalen Ansatz. Niemals ein fest verschlossener Deckel.

Tipp: Kleb ein Stück Malerkrepp aufs Glas und schreib das Datum der letzten Fütterung darauf. Nach zwei Monaten weiß sonst niemand mehr, wann das Hotel zuletzt frischen Tee bekommen hat.

Wo das Hotel stehen sollte

An einem Platz wie für deine Kombucha: ruhig, ohne direkte Sonne, bei 20 bis 25 °C. Ein Küchenschrank, der nicht direkt über dem Backrohr liegt, oder ein Regal im Flur funktioniert gut.

In den Kühlschrank gehört das Hotel nicht, auch wenn das naheliegend wirkt. Die Kälte legt die Kultur still, die Flüssigkeit säuert nicht mehr richtig nach. Holst du das Glas später wieder heraus, braucht der SCOBY lange, um in Gang zu kommen, und ist in dieser Zeit anfälliger dafür, dass sich auf der Oberfläche etwas Unerwünschtes ansiedelt. Wie du das erkennst, zeigt der Ratgeber Kombucha: Schimmel oder normal?

Wie du das Hotel fütterst

Im Hotel wird langsam, aber stetig gearbeitet. Der Zucker wird verbraucht, die Flüssigkeit wird immer saurer und erinnert irgendwann an Essig. Alle paar Wochen, oder sobald der Pegel sichtbar gesunken ist oder es sehr stechend riecht, ist eine Fütterung fällig:

  1. Gieß einen Teil der Flüssigkeit ab. Sie taugt als kräftiger Ansatz für deine nächsten Runden oder als milder Essig in der Küche. Ideen dafür findest du im Ratgeber Kombucha zu sauer und im Blogartikel über Kombucha-Essig.
  2. Füll mit abgekühltem süßem Tee in der üblichen Mischung auf.
  3. Prüf, ob alle Pilze noch vollständig bedeckt sind.

Auch im Hotel bilden sich neue Schichten. Wenn das Glas zu voll wird, nimm die ältesten und dunkelsten heraus. Junge, helle und feste Schichten arbeiten am besten. Die alten Lagen kannst du auf den Kompost geben.

Welche Situation, welche Lösung

SituationWas du tust
Du fährst zwei, drei Wochen in den UrlaubKurz vorher füttern, Pegel auffüllen, Glas an einen kühlen, aber nicht kalten Ort stellen
Dein Gärglas ist voller SchichtenEin bis zwei junge Schichten behalten, den Rest ins Hotel
Ein Ansatz ist misslungenEinen SCOBY und eine Tasse Flüssigkeit aus dem Hotel nehmen und neu starten
Die Hotelflüssigkeit riecht scharf nach EssigEinen Teil abgießen, mit süßem Tee auffüllen
Oben bildet sich eine neue, helle HautGanz normal, das ist die nächste Schicht
Das Hotel platzt aus allen NähtenGrößere Mengen ansetzen oder alte Schichten aussortieren

Nach der Pause wieder einsteigen

Zurück aus dem Urlaub, und die Lust auf Kombucha ist wieder da? So kommst du ohne Umwege zurück in den Rhythmus:

  1. Schau dir die Oberfläche des Hotels an. Eine neue, helle Haut ist ein gutes Zeichen. Trockene, pelzige Flecken dagegen nicht: Dann hilft nur ein Neustart mit frischer Kultur.
  2. Nimm eine junge, feste Schicht heraus und dazu eine Tasse der Hotelflüssigkeit.
  3. Setz damit einen normalen Liter an: 3 Teebeutel, 80 g Zucker, abgekühlt, Tuch drauf.
  4. Probier ein, zwei Tage früher als sonst. Der starke Ansatz aus dem Hotel bringt viel Säure mit, der erste Liter kann deshalb schneller fertig sein.

Ab dem zweiten Ansatz läuft alles wieder wie gewohnt. Füll das Hotel bei der Gelegenheit gleich mit frischem süßem Tee auf, dann ist es für die nächste Pause bereit.

Was du mit vielen SCOBYs anfangen kannst

Ein gut gefülltes Hotel ist ein guter Grund, die Produktion zu vergrößern. Mit zwei Gläsern parallel hast du jede Woche doppelt so viel Kombucha, etwa einen Liter pur und einen für die zweite Gärung mit Obst. Oder du setzt in einem größeren Gefäß drei, vier Liter auf einmal an, immer mit denselben Mengen pro Liter.

Weitere Ideen, von der Küche bis zum Garten, haben wir im Blogartikel SCOBY übrig: was tun? gesammelt.

Häufige Fragen

Wie oft muss ich das SCOBY Hotel füttern?
Alle paar Wochen. Ein guter Anhaltspunkt ist der Geruch: Wenn die Flüssigkeit stechend nach Essig riecht oder der Pegel deutlich gesunken ist, gießt du einen Teil ab und füllst mit süßem Tee auf.
Darf das Hotel in den Kühlschrank?
Besser nicht. Die Kälte legt die Kultur still und macht sie beim Wiederanfahren anfälliger. Zimmertemperatur zwischen 20 und 25 °C ist ideal.
Wie viele SCOBYs passen in ein Hotel?
So viele, wie vollständig bedeckt bleiben. Als Faustregel sollte etwa die Hälfte des Glases aus Flüssigkeit bestehen. Wird es enger, sortierst du die ältesten Schichten aus.
Kann ich die Flüssigkeit aus dem Hotel trinken?
Pur ist sie meist zu sauer. Als Ansatz für einen neuen Liter, verdünnt als Gespritzter oder als Essig für Salatdressings ist sie dagegen ideal.

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