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Ratgeber

Was sind Milchkefir Knollen?

Weiß, unregelmäßig und ein bisschen wie kleine Karfiolröschen: So sehen Milchkefir Knollen aus. Hier erfährst du, was in ihnen steckt, wie sie arbeiten und warum man sie nicht aus fertigem Kefir gewinnen kann.

Aktualisiert am 5 Min. LesezeitVom Team Natural Probio
Kurz gesagt

Milchkefir Knollen sind eine lebende Kultur aus Milchsäurebakterien und Hefen, eingebettet in eine weiche, elastische Masse aus Eiweiß und dem Mehrfachzucker Kefiran. In Milch verwandeln sie Milchzucker innerhalb von 24 Stunden bei 20 bis 25 °C in milde Säure, Aromen und feine Kohlensäure. Sie heißen auch Kefirknollen, Kefirpilz, Kefirkörner oder Tibetanischer Pilz. Gemeint ist immer dieselbe Kultur.

LebendBakterien und Hefen
20 gfür 1 Liter Milch
24 hpro Ansatz
Jahremit derselben Kultur

Eine Lebensgemeinschaft in Knollenform

Milchkefir Knollen sehen aus wie kleine, weiße bis cremegelbe Karfiolröschen. Sie fühlen sich fest, elastisch und leicht glitschig an. In ihnen leben zahlreiche Arten von Milchsäurebakterien und Hefen eng zusammen. Zusammengehalten werden sie von einer Matrix aus Milcheiweiß und Kefiran, einem Mehrfachzucker, den die Bakterien selbst bilden.

Diese Gemeinschaft ist über sehr lange Zeit entstanden und lässt sich nicht künstlich nachbauen. Knollen entstehen nur aus Knollen: Sie wachsen, teilen sich, und aus jedem Stück wird eine neue, vollwertige Knolle. So wird eine Kultur über Generationen weitergegeben.

Wie aus Milch Kefir wird

1. Milchzucker wird verwertet

Die Bakterien in den Knollen ernähren sich von der Laktose in der Milch.

2. Die Milch säuert und wird dick

Es entsteht Milchsäure. Sie lässt das Milcheiweiß gerinnen, die Milch wird cremig und leicht dick.

3. Hefen setzen Akzente

Die Hefen bilden feine Kohlensäure, eine leichte Hefenote und Spuren von Alkohol, bei selbstgemachtem Kefir meist unter 1 %.

4. Die Knollen wachsen

Gut versorgt werden die Knollen mit jedem Ansatz ein wenig mehr.

Nach 24 Stunden bei 20 bis 25 °C hast du einen cremigen, mild säuerlichen Kefir mit leichtem Prickeln. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung steht unter Milchkefir selber machen.

Kefirknollen, Kefirpilz, Tibetanischer Pilz: die Namen

NameBedeutung
Milchkefir Knollen, KefirknollenDie heute gängigste Bezeichnung
KefirpilzÄlterer Name, obwohl es kein Pilz im botanischen Sinn ist
Tibetanischer Pilz, Tibetanischer KefirpilzVolkstümlicher Name, der in Österreich lange verbreitet war
KefirkörnerWörtliche Übersetzung von „kefir grains“
Kefir grainsEnglische Bezeichnung

Der Name „Pilz“ kommt vermutlich von den Hefen, die zu den Pilzen gehören, und vom Aussehen der Knollen. Im Glas hast du es aber nicht mit einem Pilz zu tun, sondern mit einer Gemeinschaft aus Bakterien und Hefen, ganz ähnlich wie beim Kombucha-Pilz, der ebenfalls kein Pilz ist.

Woher Kefir kommt

Kefir hat seinen Ursprung nach gängiger Überlieferung im Kaukasus, wo die Knollen seit Jahrhunderten in Familien weitergegeben werden. Von dort verbreitete er sich nach Osteuropa und später in viele weitere Länder. In Österreich stand der „Tibetanische Pilz“ schon vor Jahrzehnten in vielen Küchen, bevor er etwas in Vergessenheit geriet. Heute erlebt selbstgemachter Kefir ein Comeback. Mehr dazu im Beitrag Geschichte des Kefirs.

Kefirknollen, Joghurt und Kefir aus dem Supermarkt

Im Kühlregal stehen Joghurt, Buttermilch, Sauermilch und Kefir nebeneinander. Was unterscheidet sie von deinem selbstgemachten Kefir?

Kefir aus KnollenJoghurtKefir aus dem Supermarkt
KulturKnollen mit Bakterien und HefenWenige ausgewählte JoghurtkulturenMeist Starterkulturen ohne Knollen
TemperaturZimmertemperatur, 20 bis 25 °CBraucht deutlich mehr WärmeIndustriell gesteuert
GeschmackSäuerlich, leicht hefig, prickelndMild säuerlich, ohne PrickelnMild, gleichbleibend
WiederverwendbarJa, jeden TagNur begrenztNein

Kefir aus dem Supermarkt schmeckt meist milder und gleichmäßiger, weil er mit wenigen, gezielt ausgewählten Kulturen hergestellt wird. Selbstgemachter Kefir aus Knollen ist vielschichtiger, lebendiger im Geschmack und verändert sich je nach Milch und Jahreszeit. Ausführlicher vergleichen wir beides im Beitrag Kefir oder Joghurt.

Milchkefir Knollen und Wasserkefir Kristalle

Trotz des gemeinsamen Namens sind es zwei verschiedene Kulturen. Milchkefir Knollen arbeiten in Milch und sind weiß und karfiolartig. Wasserkefir Kristalle arbeiten in Zuckerwasser und sind durchscheinend. Die eine lässt sich nicht in die andere umwandeln. Welche besser zu dir passt, klärt der Vergleich Wasserkefir oder Milchkefir.

Lebend oder getrocknet

Milchkefir Knollen gibt es lebend oder getrocknet. Es ist dieselbe Kultur. Lebende Knollen arbeiten direkt im ersten Ansatz und sind nach drei bis vier Ansätzen voll eingespielt. Getrocknete Knollen brauchen nach dem Einweichen in Milch ein paar Tage mehr, bis sie ihren Rhythmus gefunden haben, und lassen sich dafür länger lagern.

Wie selbstgemachter Kefir schmeckt

Frischer Kefir aus Knollen ist cremig, mild säuerlich und hat ein feines Prickeln auf der Zunge. Dazu kommt eine leichte Hefenote, die an frisches Brot erinnert. Je länger er gärt, desto säuerlicher und kräftiger wird er. Nach ein paar Stunden im Kühlschrank wird er runder und etwas fester. Wer Buttermilch oder Ayran mag, wird Kefir lieben. Und weil du Milch, Zeit und Temperatur selbst bestimmst, schmeckt dein Kefir genau so, wie du ihn haben möchtest.

So erkennst du Knollen in guter Form

Wenn du deine Knollen auspackst oder nach einigen Wochen genauer anschaust, achte auf diese Merkmale:

  • Farbe: weiß bis cremegelb, kleine gelbliche Punkte sind Milchfett.
  • Form: unregelmäßig, karfiolartig, in unterschiedlichen Größen von Reiskorn bis Haselnuss.
  • Konsistenz: fest und elastisch, leicht glitschig, nicht zerfließend.
  • Geruch: frisch säuerlich, nach Kefir, nicht faulig oder stechend.

Wenn dein Kefir nach einigen Ansätzen gleichmäßig cremig wird und die Knollen wachsen, ist alles in bester Ordnung.

Kann man Knollen aus fertigem Kefir ziehen?

Nein. Kefir aus dem Supermarkt enthält keine Knollen, und auch aus selbstgemachtem Kefir entstehen ohne Knollen keine neuen. Mit gekauftem Kefir kannst du zwar Milch säuern, aber das Ergebnis wird von Ansatz zu Ansatz schwächer. Für echten Kefir, Tag für Tag, brauchst du die lebende Kultur.

Was die Knollen brauchen

  • Milch, am besten Vollmilch mit 3,5 %. Welche Sorten noch gehen, steht unter Welche Milch für Kefir?
  • Regelmäßigkeit: alle 24 Stunden frische Milch.
  • Zimmertemperatur zwischen 20 und 25 °C.
  • Sanften Umgang: kein Wasser, kein Drücken im Sieb.

Wie die tägliche Pflege genau aussieht, liest du unter Milchkefir Knollen pflegen.

Häufige Fragen

Ist der Kefirpilz wirklich ein Pilz?
Nein. Es ist eine Gemeinschaft aus Milchsäurebakterien und Hefen. Den Namen hat er wohl wegen seines Aussehens und der Hefen bekommen, die zu den Pilzen zählen.
Sind Tibetanischer Pilz und Milchkefir Knollen dasselbe?
Ja. Tibetanischer Pilz, Kefirpilz, Kefirknollen und Kefirkörner sind verschiedene Namen für dieselbe Kultur.
Kann man Milchkefir Knollen essen?
Ja, sie sind essbar und schmecken mild säuerlich. Manche mixen überzählige Knollen in einen Shake. Die meisten nutzen sie aber lieber für mehr Kefir.
Kann ich aus gekauftem Kefir aus dem Supermarkt eigene Knollen gewinnen?
Nein. Im Kefir aus dem Kühlregal sind keine Knollen enthalten, und ohne Knollen entstehen auch keine neuen. Für selbstgemachten Kefir brauchst du die lebende Kultur, die wir dir lebend nach Hause schicken.
Wie lange leben Milchkefir Knollen?
Bei regelmäßiger Pflege praktisch unbegrenzt. Sie wachsen und erneuern sich ständig selbst.

Unsere Milchkefir Knollen stammen aus überlieferten Verfahren: einzigartig und widerstandsfähig. Mit 20 g machst du einen Liter am Tag, mit 10 g einen halben. Alle Themen findest du im Milchkefir-Ratgeber.

Milchkefir

Dein cremiger Kefir, jeden Morgen frisch

Lebende Milchkefir-Knollen, die schon beim ersten Ansatz arbeiten. 10 g für den Einstieg mit einem halben Liter, 20 g für 1 Liter am Tag. Sie wachsen mit der Zeit und lassen sich teilen.

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